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Microsoft richtet seine KI-Strategie neu aus – weniger Abhängigkeit von OpenAI, mehr eigene Modelle

Microsoft vollzieht einen bemerkenswerten strategischen Schritt: Das Unternehmen will seine starke Abhängigkeit von OpenAI reduzieren und künftig verstärkt auf eigene KI-Modelle setzen. Diese Neuausrichtung wurde von Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, in einem ausführlichen Interview mit der Financial Times erläutert – und sie markiert einen Wendepunkt in Microsofts KI‑Roadmap.

Eigene Foundation-Modelle ab 2026

Laut Suleyman arbeitet Microsoft bereits intensiv an eigenen Foundation-Modellen, die ab 2026 verfügbar sein sollen. Ziel ist es, technologisch an der Spitze zu bleiben und gleichzeitig eine größere Unabhängigkeit von externen Partnern zu erreichen. Die Modelle sollen speziell für professionelle, regulierte und komplexe Unternehmensszenarien optimiert werden – ein klarer Hinweis darauf, dass Microsoft seine KI-Strategie noch stärker auf Enterprise-Kunden ausrichtet.

Eine „humanistische Superintelligenz“ als langfristige Vision

Im Gespräch mit der Financial Times beschreibt Suleyman eine ambitionierte Vision: eine „humanistische Superintelligenz“, die dem Menschen intellektuell entspricht, aber stets unter menschlicher Kontrolle bleibt. Diese Form der AGI soll nicht autonom über Menschen stehen, sondern als Werkzeug dienen – sicher, kontrollierbar und auf die Bedürfnisse von Organisationen ausgerichtet.

Massive Veränderungen in der Arbeitswelt erwartet

Suleyman rechnet damit, dass die kommenden 18 Monate die Arbeitswelt tiefgreifend verändern werden. Besonders betroffen seien:

•             Gesundheitswesen (durch spezialisierte „Medical Superintelligence“)

•             Recht, Buchhaltung, Projektmanagement

•             Marketing und Wissensarbeit

•             Softwareentwicklung und Automatisierung

KI-Systeme sollen zunehmend in der Lage sein, eigenständig zu lernen, zu handeln und komplexe Aufgaben zu übernehmen. Gleichzeitig sollen Unternehmen künftig eigene Modelle trainieren können – so einfach wie „einen Podcast aufzunehmen“.

Partnerschaft mit OpenAI bleibt – aber wird flexibler

Microsoft bleibt weiterhin ein zentraler Partner von OpenAI und hält rund 27 % an der For-Profit-Sparte. Auch die IP-Rechte an OpenAI-Modellen sind bis 2032 gesichert. Dennoch öffnet Microsoft die Partnerschaft: OpenAI soll künftig leichter neue Investoren und Infrastrukturpartner gewinnen können.

Parallel dazu investiert Microsoft verstärkt in andere KI-Unternehmen wie Anthropic und Mistral AI – ein klares Zeichen für eine diversifizierte KI-Strategie.

Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Für Organisationen, die auf Microsoft-Technologien setzen, ergeben sich daraus mehrere wichtige Implikationen:

•             Mehr Modellvielfalt in Microsoft 365, Dynamics 365 und Azure

•             Stärkere Kontrolle über Datenschutz, Compliance und Datenhoheit

•             Stabilere Roadmaps, da Microsoft weniger abhängig von externen Entscheidungen ist

•             Schnellere Innovation, insbesondere in regulierten Branchen

•             Neue Automatisierungspotenziale in ERP, Buchhaltung, Projektmanagement und Wissensarbeit

Gerade für Unternehmen, die heute noch Vorbehalte gegenüber OpenAI haben, ist diese Entwicklung ein starkes Signal: Microsoft baut eine souveräne, unternehmensfokussierte KI-Plattform auf, die langfristig breiter und unabhängiger aufgestellt ist.

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